Wo Adolf Hitler „Mein Kampf“ schrieb

Annes Kampf in Landsberg

„Intensiv“ – so nannte die Presse in ihrem Bericht unsere Vorstellung von „ANNES KAMPF Anne Frank vs. Adolf Hitler“ im hübschen historischen Landsberger Stadttheater.

Annes Kampf: Gegen das Vergessen
Marianne Blum und Thomas Linke
„Mir leben eijbig!“

Intensiv – das gilt dieses Mal nicht nur für das Erlebnis, dass dank der immer wieder überzeugenden Leistung der beiden Künstler die Zuschauer am Abend des 20.11. und die Schülerinnen und Schüler in der Vorstellung am 21.11. morgens aus dem Theater mitnehmen konnten, es gilt auch für Marianne Blum und Thomas Linke selbst, die Darsteller von Anne Frank und Adolf Hitler. Auch für sie war dieser Gastspiel-Aufenthalt in der Stadt vor den Toren Münchens sehr intensiv.

SAM Entertainment - Annes Kampf: Gegen das Vergessen
Das Unheil wirft seine Schatten vorraus
SAM Entertainment - Annes Kampf: Gegen das Vergessen
Diskusion nach der Veranstaltung

Denn die engagierten Kulturbegeisterten der Kleinkunstbühne s’Maximilianeum, die Annes Kampf nach Landsberg geholt hatten, organisierten spontan eine exklusive Führung für sie mit dem Stiftungspräsident Manfred Deiler im Außenlager Kaufering VII. Unfassbar, was dieser Mensch im Laufe seiner langjährigen ehrenamtlichen Tätigkeit an Wissen gesammelt hat und großzügig bei solchen Gelegenheiten weitergibt.

KZ Lager Kaufering VII die Europäische Holocaustgedenkstätte
KZ Lager Kaufering VII

Dabei geht es nicht ausschlieslich um die Bewahrung der Erinnerung an die unmenschliche und für viele Tausende tödliche Lagerhaft, die die Insassen und vor allem Insassinnen des Arbeitslagers hier erlitten haben, um u.a. die halb-unterirdischen Produktionsstätten der Messerschmidt inklusive eines unterirdischen Flughafens zu bauen (!), sondern es geht auch um die Bewahrung der einzigartigen Tonröhren-Konstruktion der Baracken, die zu erhalten Kenntnisse weltweiter Spezialisten erforderte.

Marianne Blum und Thomas Linke in einer Baracke
90 Frauen waren in dieser Baracke untergebracht!

Dagegen nimmt sich die Geschichte Hitlers, der in der Haftanstalt Landsberg „Mein Kampf“ schrieb, harmlos und geradezu anekdotisch aus. Natürlich stilisierte er sich zum Märtyrer der „Bewegung“, die dieses Märchen fleißig weiterverbreitete und zu dessen Erhaltung während der 1940er Jahre Fackelaufzüge von HJ-Jugendlichen zur Wallfahrtsstätte „des Führers Festungshaft“ abhielt. In Wahrheit aber gab es 1924, als Hitler nach dem gescheiterten Putschversuch hier inhaftiert wurde, bereits viele Nazi-Sympathisanten in Deutschland, Bayern und auch Landsberg und seine Haftbedingungen waren alles andere als die eines Märtyrers. So saß er mittags im Café in der Stadtmitte Landsbergs, um dort zu essen und an seinem Manuskript zu arbeiten.

„Die Leute müssten alle „Mein Kampf“ lesen, meinte Manfred Deiler noch zum Abschluss der beeindruckenden Führung. Es war alles nachzulesen, was durch die Realisierung seiner Ideen zwangsläufig über Deutschland, Europa und die ganze Welt hereinbrechen musste.

Das ist der Grund, warum wir „Annes Kampf“ spielen. Wir haben das Buch gelesen und zeigen auf der Bühne, was dem einzelnen Menschen droht, wenn Menschenfeinde an die Macht kommen.

Nächste Gelegenheit, Annes Kampf live zu erleben:

27.01.2023 (Holocaust-Gedenktag)        Idar-Oberstein

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Eingeschlagen!

„Ich wünsch mir eine Streitaxt“ feiert Vorpremiere im Theater Putbus auf Rügen

Es war ein Fest. Vorm Fest. Heiligabend liegt kurz vor dem ersten Advent praktisch in Sichtweite, da haben die Kabarett-Diven Marianne Blum und Anna Maria Haas des Damen-Duos JETZABA! es bereits feste krachen lassen.

JETZABE - Flötenduell
Das Duell
JETZABA Marianne Blum und Anna Haas in "Ich wünsch mir eine Streitaxt"
Pyjamaparty gegen „Romantik“ und Blockflöten-Duell der Gigantinnen

Eine Woche haben die Damen mit Peter Gestwa, dem Intendanten des Theater Putbus, die Neufassung ihres Weihnachtsstücks „Ich wünsch mir eine Streitaxt!“ in intensiver Probenarbeit auf die Bühne gestellt, um das Stück am Donnerstag 17.11.2022 an einem exklusiven Testpublikum auszuprobieren – im wahrsten Sinne des Wortes, denn Weihnachten ist schließlich ein Familienfest, an dem alle mithelfen sollen… theoretisch.

JETZABA Marianne Blum in ich wünsch mir eine Streitaxt
Marianne Blum haut auf den Putz

Von „Ich habe Bauchweh vor Lachen“ über „Wahnsinn, wie aktuell und gleichzeitig zeitlos das ist“ bis „Ich brauche das Rezept für den Plätzchenteig“ reichten die Reaktionen der Testzuschauer. Die glänzenden Augen, der langanhaltende Beifall und die Zugabe-Rufe sprechen ebenfalls eine deutliche Sprache.

Apropos Sprache: Marianne Blum ist eine Meisterin im Schreiben von Dialogen. Ihr gelingt es auch bei diesem Stück wieder, sich nicht im Klein-Klein der üblichen Weihnachts-Klischees zu verlieren, sondern den Zusammenhang zwischen alltäglichen innerfamiliären Wahnsinn und einer größeren politischen Perspektive aufzuzeigen und das in urkomische Szenen zu fassen.

So lustig die Dialoge und Szenen sind, was man auf keinen Fall verschweigen darf: die Musik. Vom zarten „Winter Wonderland“ über schmissige Kurt Tucholsky-Couplets, Michael Jackson und George Michael Songs in unerhörten Versionen, einer italienischen Arie, ABBA und eigenen Songs zeigten die Vollblutmusikerinnen ihre Bandbreite und ihr Können. Alleine das ist schon ein Genuss, Abgesehen von den Plätzchen….

JETZABA - SAM Entertainment
„Winter Wonderland“ mit dem hässlichsten Weihnachtsbaum der Welt.

Ach, wenn Weihnachten doch immer so lustig wäre!

Nächste Gelegenheit, „Ich wünsch mir eine Streitaxt“ live zu erleben:

03.12.2022                          Premiere imKabarett-Theater Distel, Berlin

05. + 06. 12.2022              Stalburg Theater Frankfurt am Main

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Der Gingganz feiert Premiere

Ein ausverkauftes Erzählkonzert

Gewagt und gewonnen. Das Publikum war begeistert, beseelt und beklatschte geradezu frenetisch die Musikerinnen, die mit der Premiere ihres Erzählkonzerts musikalisch erstklassige Arbeit abgeliefert und ihr Publikum blendend unterhalten hatten. Noch lange nachdem der letzte Ton verklungen war, waren die Zuschauer in angeregte Diskussionen vertieft.

Marianne Blum und Anna Haas | SAM Entertainment

Das Damen-Duo JETZABA! alias Marianne Blum und Anna Maria Haas hatte es sich mit dieser Produktion in den Kopf gesetzt, einen nahezu vergessenen Komponisten auf die Bühne zu bringen, der auf höchst originelle Weise die satirischen Gedichte von Christian Morgenstern wie den „Gingganz“, „Die weggeworfene Flinte“, „Korf erfindet eine Art von Witzen“ und noch viele andere vertont hat. Paul Graener ist der Komponist.

Das Wagnis war dabei einerseits die musikalische Herausforderung, denn die Kompositionen des 1872 in Berlin geborenen Komponisten sind sehr anspruchsvoll, handelt es sich hier doch um moderne Liedkompositionen, die zwischen Brahms und Hugo Wolff eine ganz eigene sehr effektvolle Tonsprache für die grotesken Texte Morgensterns finden.

Der Gingganz | SAM Entertainment

Das zweite Wagnis war die Werke eines Musikers damit zu würdigen, der eine durchaus problematische Figur ist. Dabei gelang es Blum und Haas, seine musikalischen Verdienste und sein kompositorisches Können herauszustellen und gleichzeitig seine unselige Rolle im Nationalsozialistischen Machtapparat kritisch zu beleuchten, ohne ihn zu verdammen oder sich mit ihm gemein zu machen.

Der Gingganz in Putbus | SAM Entertainment

„Wir hoffen“, so Marianne Blum, „dass wir Ihnen den Witz dieser zu Musik gewordenen Texte nahebringen konnten und Ihnen darüber hinaus einen Einblick geben konnten in die doppelbödige Figur Paul Graener, den man nicht einfach so gut finden kann, dessen Musik es aber auch nicht verdient hat, mit ihm zusammen begraben zu bleiben.“

Diese Hoffnung hat sich auf ganzer Linie erfüllt.

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Annes Kampf in der Grafschaft

Marianne Blum und Thomas Linke am Rhein

Die Menschen im Ahrtal sind schwer gebeutelt. Die Flut hat ihre Spuren in der Landschaft und in den Seelen der Menschen hinterlassen. Dass sich der Kulturverein der Grafschaft dennoch auch mit Themen wir Rassismus und Antisemitismus beschäftigt und „Annes Kampf“ in diesem Januar dort veranstaltet hat, kann nicht hoch genug angerechnet werden.

Marianne Blum und Thomas Linke im Hotel in Remagen. Näher am Auftrittsort wurden alle Hotels weggeschwemmt…

Umso bewegender waren der lange, begeisterte Schlussapplaus und die anschließenden Reaktionen der Zuschauer. „Ich hatte die ganze Zeit Gänsehaut“ und „In unserer Familie wurde nie über die Nazizeit gesprochen, jetzt kann ich das nicht mehr so stehen lassen“ sind nur zwei Beispiele dafür, wie sehr das Stück auch im Ahrtal wieder emotionale Be- und Erkenntnisse hervorrief und die Bereitschaft, sich auseinanderzusetzen beförderte.

Foto: Thomas als Hitler solo | SAM Entertainment

Für Thomas Linke war es sein Einstand in der Rolle des Adolf Hitler. Es war geradezu beängstigend, wie überzeugend er die Verachtung, den Hass, die verquere Selbstwahrnehmung und den Wahnsinn des Diktators und damit den größtmöglichen Gegensatz zu der lebenslustigen, kecken, verzweifelten und so menschlichen Anne Frank darstellte. Dadurch hat das Stück an Kraft noch weiter gewonnen und wir freuen uns bereits jetzt sehr auf die nächsten Auftritte.

Foto: Marianne und Thomas backstage | SAM Entertainment

Nächste Gelegenheit, Annes Kampf live zu erleben:

10.06.2022 Stadttheater Cuxhaven

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Neuzugang

Wir freuen uns.

Mit dem neuen Jahr haben wir auch einen Neuzugang in der Agentur: Thomas Linke. Der Schauspieler hat schon in zahlreichen TV-Produktionen mitgewirkt, hatte Engagements an vielen Theatern der ganzen Republik, ist derzeit in verschiedenen Stücken am Berliner Kriminaltheater zu erleben und tourt mit eigenen Lesungsprogrammen.

Thomas Linke ist jetzt unser neuer Adolf Hitler.

Thomas Linke in Annes Kampf | Foto: SAM Entertainment

Unser nach wie vor erschreckend aktuelles Bühnenprogramm gegen Rassismus und Antisemitismus „Annes Kampf“ gewinnt mit seiner Darstellung des „Führers“ eine neue Dimension.

Zusammen mit Marianne Blum, die nach wie vor Anne Frank verkörpert, machen die beiden Darsteller den Aufprall der beiden Texte „Mein Kampf“ und „Anne Franks Tagebuch“ in ANNES KAMPF zu einem großen Theatererlebnis.

Marianne Blum & Thomas Linke | Foto: SAM Entertainment

Nächste Gelegenheit, Annes Kampf live zu erleben:

29.01.2022 Kulturlant Grafschaft 29.01.2022: ANNES KAMPF – KULTURLANT – KULTURVEREIN GRAFSCHAFT

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SAM Entertainment wünscht frohe Weihnachten, Erholung, Versöhnung und Gesundheit.

Wir verabschieden dieses für uns alle schwierige Jahr 2021 mit der Kabarett Junta.

Marianne Blum und Carlos Corona haben nach der letzten Show dieses Jahres im wunderbaren Theater Putbus noch mal eben schnell beim Aufräumen den Beweis eingespielt, dass „Oh Tannenbaum“ schon immer als Bossa Nova gedacht war.

Die Kabarett Junta wünscht frohe Weihnachten!

So beschwingt gehen wir in das neue Jahr.

Wir sehen uns!

Die Waffeln der Frau in der Distel

Wir waren ausverkauft! Vor voll besetztem Theater spielte das Duo JETZABA! das Stück „Die Waffeln der Frau“ in der renommierten Distel in der Friedrichstrasse 101 in Berlin! Das ist in Corona-Zeiten wahrlich keine Selbstverständlichkeit.

Klar, die Aussicht, die beginnende Adventszeit mit Waffen zu beginnen, war wohl für Viele verlockend, aber sicher war es auch der Hunger nach Unterhaltung und Theaterzauber in einer Zeit, in der möglicherweise wieder ein Lockdown droht, der die Leute Schlange am Eingang stehen ließ, um Anna Maria Haas und Marianne Blum zu sehen.

Belohnt wurden die Zuschauer nicht nur mit frisch und live auf der Bühne gebackenen Waffeln, sondern auch mit herrlich komischen Szenen, bissigen Dialogen und wunderbarer Musik. Von Bossa Nova über Kabarett-Chanson, Bond-artigen Hymnen, Tango, afrikanischem Gute Laune Pop bis Rap mit wildem Jungle-Rhythmus war für jede:n was dabei.

Dass die Pianistin Anna Maria Haas dabei immer wieder neben ihrem komischen Talent auch ihre absolut ernstzunehmenden pianistischen Fähigkeiten aufblitzen ließ, überraschte so manchen Kabarettgänger ebenso positiv wie die unglaubliche Bandbreite der technisch erstklassigen Sängerin Marianne Blum.

Die Blum glänzte spielend in Koloraturen, ließ ab und zu eine Rockröhre aufblitzen und zeigte die Länge ihres Atems nicht nur in elegischen Teilen, sondern auch daran, dass sie sogar noch in der Lage war, lange Töne zu singen, nachdem sie eine Waffel abgebissen hatte. Dass sie dabei im Omakostüm wie von der Tarantel gestochen über die Bühne hopste, brachte die Leute geradezu zum Platzen vor Lachen. So konnten alle vergessen, warum sie wieder mit Masken in einem geschlossenen Raum sitzen müssen und wie ernst die Lage derzeit außerhalb des magischen Theaterraums ist. Derart beglückt standen anschließend noch Viele an, um eine nebenbei bemerkt köstliche Waffel dieser beiden Frauen abzubekommen und mit den Künstlerinnen zu sprechen.   

 Kultur tut gut!

Nächste Gelegenheit, „Die Waffeln der Frau“ live zu erleben:

22.01.2022 im Kabarett-Theater Distel

#anneskampf #tagebuchderannefrank #annefrank #marianneblum #stefanheckmann #geschichteerleben #gegendasvergessen #endlichwiederinstheater #gasometer #zwickau #stadthalleAurich #Sachsen #gegenRassismus #gegenAntisemitismus

Annes Kampf in Ostfriesland und Sachsen

Der 9.11. ist ein Tag mit schwerer Geschichtslast. 2021 jährt sich an diesem Datum die Reichspogromnacht zum 73ten Mal. Die Stadt Aurich wollte an diese Untat der Nazis erinnern, bei der in vielen deutschen Städten jüdische Geschäfte, Einrichtungen und Synagogen geschändet und zerstört und Menschen angegriffen, verletzt, beleidigt, eingeschüchtert und drangsaliert wurden, nur weil sie Juden waren. Daran erinnert das Künstler-Duo Blum & Heckmann.

Sie spielten „Annes Kampf“ in der Stadthalle, die angesichts der wieder zunehmend bedrohlichen Corona-Lage erstaunlich gut gefüllt war. Rege wurde anschließend über das Gesehene diskutiert. Ein Herr regte z.B. an, „Annes Kampf“ auch in niederländischen Partnerstädten zu spielen. „Das sollten auf jeden Fall auch Schüler in Aurich sehen!“, meinte eine Lehrerin im Publikum.

Zwei Tage später spielten die Künstler DAS Stück gegen Antisemitismus und Rassismus tatsächlich vor Schülern, allerdings nicht in Ostfriesland, sondern mitten in Sachsen, genauer gesagt in Zwickau, in dem wunderbaren Rundbau des Gasometers mitten in der Stadt.

Auf dem Blog des „Gasometer“ heißt es dazu:

Die Vormittagsveranstaltung, die von über 120 Schüler*innen aus drei Schulen besucht wurde sowie die Abendveranstaltung im Rahmen der Novembertage, die von über 110 Besucher*innen, davon die große Mehrzahl Studierende, besucht wurde, stellte gut die Diskrepanz zwischen den beiden Texten dar. Auf der einen Seite das Tagebuch eines dreizehnjährigen Mädchens, gelesen von Marianne Blum, welches ihre Gefühle und die stetige Angst, die es bei beiden Familien gab, entdeckt zu werden, in sehr guter Art und Weise auszudrücken vermag. Auf der anderen ein schlecht geschriebenes und von Hass und Lügen strotzendes Buch, von einem nach Geltung strebenden Diktatoren, gelesen von Stefan Heckmann. Die Protagonist*innen, die nochmals betonten, in keinster Weise darauf abzuzielen die beiden Bücher miteinander zu vergleichen, schafften es, genau dies in einem unterhaltsamen, aber auch bedrückenden Stil dem Publikum näher zu bringen. Nach der Veranstaltung gab es noch genügend Raum für Fragen, Anmerkungen und auch Kritik.

Wir bedanken uns bei Marianne Blum und Stefan Heckmann für den spannenden und kurzweiligen Abend und natürlich bei allen Gästen! Ein Abend, der vom gesprochenen und gelesenen Wort lebte!“

Wir können dazu nur ergänzen, dass wir selbst überrascht und auch schockiert waren von dem, was uns manche Schüler und später auch Zuschauer der Abendvorstellung nach den Vorstellungen berichteten. Hass, Ausgrenzung, unverhohlener Rassismus und eine große Zustimmung zu politischer Propaganda, die genau das befördert, ist ein massives Problem in der Region.

Wir hoffen immer wieder, mit Annes Kampf beitragen zu können, deutlich zu machen, wie schrecklich rassistische Ideen sich auswirken wie sehr wir uns dem entgegenstellen müssen, so früh wie möglich!

Nächste Gelegenheit, Annes Kampf zu erleben:

20.01.2022 im Theater Meißen Ticketshop – Annes Kampf – Anne Frank vs. Adolf Hitler Tickets, Theater Meißen, 01662 Meißen – online bestellen (reservix.de)

29.01.2022 im Winzerverein Lantershofen 29.01.2022: ANNES KAMPF – KULTURLANT – KULTURVEREIN GRAFSCHAFT

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ENDLICH WIEDER THEATER!

Theater-Kabarett und Musik und live gebackenen Waffeln mit dem Damen-Duo JETZABA

Eine Kritik von Doris Sondermann

Ausgerechnet am Freitag, den 13. August 2021 wurde mein lang gewachsener Hunger nach „richtig, echter“ Kultur zum ersten Mal wieder gestillt – von echten Musikerinnen im echten, prachtvollen Theatersaal in Putbus auf Rügen.

„Die Waffeln der Frau“ hieß das Kabarett-Programm. Es wurde ebenso wie die 8 Songs, mit denen das Publikum beglückt wurde, von der Berliner Sängerin und Kabarettistin Marianne Blum geschrieben und feierte zusammen mit ihrer kongenialen Pianistin Anna Maria Haas seine Wiederaufnahmepremiere auf der Insel. In der ersten Fassung noch mit der ukrainischen Kampfpianistin Marina Gajda besetzt, sorgte das Stück bereits seit seiner Uraufführung 2016 für ausverkaufte Theater nicht nur auf Rügen. Aktualisiert und auf die Rheinland-Pfälzische Konzertpianistin Anna Maria Haas zugeschnitten, zeigt das Stück jetzt ganz neue sehenswerte Facetten.

Wie schon bei der Urfassung führte auch jetzt bei der Neufassung Peter Gestwa, der Intendant des Theater Putbus, Regie bei den „Waffeln“, was erklärt, warum das Stück auf Rügen seine Premiere feierte, wobei dieses zauberhafte, historische Haus einen wunderbaren Rahmen für diese launig-launischen Partnerinnenschaft bot, an der uns das Damen-Duo teilhaben ließ.

Marianne Blum ist bekannt für ihr Temperament, ihr sängerisches Können und ihre Bühnenpräsenz, Wortwitz in den Dialogen und humorvollem Ernst in den Texten ihrer Songs. Sie riss ihr Publikum wieder einmal mitten hinein in das uralte und doch immer aktuelle Thema der Rolle als Frau, mit oder ohne Mann an ihrer Seite; in Solidarität oder Konkurrenz zu den Geschlechtsgenossinnen. Diesen Part übernahm Anna Maria Haas – brillant am Bühnenklavier und gewitzt im Kontern in den Dialogen – eine nicht immer dankbare Rolle.  Ein Motto des Abends kam im Song: „Wir sind nicht besser als ihr – leider“ in der Spannung, in die die Blum uns zwingt, zum Klingen. „Nein! Doch!“ Eine Hymne an die Frauen, auch dann, wenn sie hin und wieder Mist bauen.

Wie gut tut es, nach der langen „Fastenzeit“ gemeinsam mit den Künstlerinnen und dem Publikum im Saal zu lachen, zu staunen, über das eigene Leben zu sinnieren und am Ende sogar mit frisch gebackenen Waffeln aromatisch und speisend verwöhnt zu werden. Da kann der Weltuntergang gerne noch warten.