Blum & Heckmann begeistern mit „Annes Kampf“ in Wilhelmshaven.

Marianne Blum und Stefan Heckmann
Foto: SAM Entertainment

Die Wilhelmshavener Zeitung schreibt am 09.09.2020:

Kampf wühlt auf und bewegt.

Von Annette Muschalik

Wilhelmshaven. Anne Frank und Adolf Hitler haben sich nie getroffen, ihre Gedanken nie ausgetauscht, die 75 Jahre nach ihrem Tod bei der Lesung „Annes Kampf“ wie David gegen Goliath aufeinander treffen. Es ist genau dieser Kontrast, den die Kabarettistin und Sängerin Marianne Blum und der Schauspieler und Autor Stefan Heckmann bewusst machen wollen und für den es nichts anderes braucht als die Gegenüberstellung der Worte, die Anne Frank in ihrem Tagebuch und Adolf Hitler in „Mein Kampf“ hinterlassen haben.

Auf der einen Seite die reflektierte, hoffnungsvolle und zum Teil sogar heitere Auseinandersetzung des jungen Mädchens mit dem eigenen Schicksal und dem der vielen Opfer des Nationalsozialismus‘ und auf der anderen Seite die Tod bringende, aus Frustration und Hass zusammen gebastelte Rassentheorie eines Mannes, die in Wortwahl und Gedankengut erschreckend real ist.

Und so lassen Heckmann und Blum es ihre Protagonisten gleich zu Beginn deutlich aussprechen: „Alles, was ich geschrieben habe, ist noch aktuell.“ Woraufhin „Anne“ erwidert: „Alles, was ich geschrieben habe, ist noch aktuell.“

Fast schmerzhaft dingen die Worte in den folgenden eineinhalb Stunden zum Publikum durch – Marianne Blum und Stefan Heckmann lassen ihre Protagonisten auch stimmlich präsent werden. Zart, mal fröhlich, mal nachdenklich auf der einen Seite, unerbittlich, hart und schneidend die andere Seite.

So finden in Annes Tagebuch die ersten zarten Gefühle zu einem Jungen behutsam Ausdruck und demgegenüber Hitlers Sätze über „schwarzhaarige Judenjungen“, die „weiße Mädchen schänden“ messerscharf in die Ohren des Publikums. Und wo Hitler Juden als „Egoisten, Parasiten und Schmarotzer“ beschimpft, lässt Anne einen beschämt zurück, wenn sie darüber reflektiert, ob es egoistisch sei, über ein Leben nach dem Krieg zu sprechen, wo doch so viele schon ermordet wurden und dass doch alle, Juden und Christen, so sehr auf der Kriegsende warten.  Was bewegt und aufwühlt, dringt mit dem kraftvollen Gesang von Marianne Blum noch ein bisschen tiefer ins Herz.

Mit jiddischen Liedern, die in Ghettos und Konzentrationslagern entstanden sind, sowie mit Liedern jüdischer Komponisten, die Zarah Leander zu Welterfolgen machte, unterbricht Blum die Lesung und nimmt dem Publikum die Hemmung zu klatschen.

Der tragische Tod von Anne Frank, die ebenso wie ihre Schwester kurz vor der Befreiung des KZ Bergen-Belsen dort gestorben ist, ist nicht das Ende ihrer Geschichte und auch nicht das Ende der Lesung. Vielmehr hat das Tagebuch, das ihr Vater als einziger Überlebender der Familie nach seiner Rückkehr veröffentlicht hat, sie und ihre Botschaft unsterblich gemacht. Und im Pumpwerk sind es ihre Worte, die nachklingen und Mut machen: „Ich will fortleben. (…) einmal werden wir doch wieder Menschen und nicht nur Juden sein!“

Die Kabarett-Junta erobert Putbus – zum Glück!

Carlos Corona und Marianne Blum in "Geheilt : Durch" im Theater Putbus. Foto: SAM Entertainment
Carlos Corona und Marianne Blum im Theater Putbus. Foto: SAM Entertainment

Theater-Kabarett und Musik mit kleinsten Mitteln und größter Wirkung – und damit umweltbewusst durch und durch

Eine Kritik von Anna Maria Haas

Vor ein paar Monaten konnte ich noch nicht wissen, dass sein Name heute in aller Munde und er weltberühmt ist. so stellt die Kabarettistin und Sängerin Marianne Blum Carlos Corona vor und führt damit nicht nur ihren Duo-Partner als Figur ein, sondern macht auch gleich klar, dass es in diesem Programm um Fakten geht. Schließlich heißt der mexikanische Gitarrist, mit Wohnsitz in Berlin, tatsächlich so. Marianne Blum, die über 20 Jahre Bühnenerfahrung hat und auch im Theater Putbus schon 2016 mit den „Waffeln der Frau“ für Furore sorgte, hat angesichts dieser Faktenlage gleich ein ganzes Programm um ihren Kompagnon geschrieben. Er ist das „Alter Ego“ der Pandemie, er legt die Schwachstellen und Abgründe offen, in die der Virus uns als Gesellschaft stürzt. Er weiß aber auch, wo Hoffnung und Heilung zu suchen und zu finden wäre. Corona bringt gnadenlos alles ans Licht: den mühsam verdeckten oder absichtsvoll vergessenen, inzwischen aber in Teilen der Bevölkerung wieder heiß hervorbrechende Rassismus ebenso wie die rasant wachsende Schere zwischen Arm und Reich und die absurden Prioritäten unseres Wirtschaftssystems, das bedenkenlos und grenzenlos nicht nur Natur und Menschen ausbeutet, sondern auch sich selbst. Dabei sollte uns inzwischen allen klar sein: Grenzenloses Wachstum auf einen endlichen Planeten ist eine Illusion und „systemrelevant“ sind eben keine Börsenspekulanten und Konzernchefs, sondern jede einzelne Intensivkrankenschwester und jede*r, der unseren Müll abholt.  

„Haben Sie Spaß an Ihrer Arbeit?“, die Fragen werden immer direkter und konkreter, bis wir an dem Punkt sind: „Halten Sie Ihre Arbeit für sinnvoll?“ und „Würden Sie morgen noch zur Arbeit gehen, wenn Ihnen ein bedingungsloses Grundeinkommen zugesichert würde?“

Mutig werden heiß diskutierte Themen wie die prekäre Situation der Künstler in der Corona-Krise oder der Zustand der Erde angesichts der auch in Deutschland immer deutlicher spürbaren Klimakatastrophe angesprochen. Aber auch brandaktuelle Tagesmeldungen wie die gerade einmal 3 Tage zurückliegende Demonstration von 38.000 Impfgegnern, Verschwörungsgläubigen, Esoterikern und Rechtsradikalen in Berlin werden aufgegriffen und in schlüssige und trotz der Schwere des Sujets überraschend witzige Dialoge gegossen. Dabei verdeutlicht Marianne Blum oft die Relevanz nationaler und internationaler Geschehnisse mit Hilfe regionaler Besonderheiten oder historischer Anekdoten. Dass sie sich bei allen angesprochenen Themen bestens informiert zeigt und nicht bei Oberflächlichkeiten hängenbleibt, ist ein weiterer Pluspunkt dieses insgesamt erstaunlich tiefgreifenden und dabei trotzdem höchst unterhaltsamen Abends.

Das medizinische Thema bleibt den ganzen Abend über im Raum bis zur erschütternden Diagnose für Mutter Erde. Dr. Corona hakt nach: „Wann hat das angefangen?“ und die Blum berichtet: „1870. Da hat das begonnen mit dem Saufen und Rauchen.“ „Welche Substanzen?“ „Fossile. Auf Lunge. Erst nur ein bisschen, dann, seit Mitte des letzten Jahrhunderts exponentiell. Jetzt ist sie auf 413 ppm!“ Doch die beiden wollen die Patientin nicht aufgeben. Trotzig stellt sich die Kabarett-Junta auf die Bühne, fordert mutig und laut eine kollektive Rettungsaktion und es gelingt ihnen, dass man als Zuschauer aufspringen und sofort aktiv werden will.

Wahrscheinlich liegt das daran, dass man als Zuschauer mitgenommen wird durch alle Höhen und Tiefen der persönlichen Bewusstwerdung und Meinungsbildung. Die Blum lässt keine*n aus dem Visier, nimmt aber auch jede*n liebevoll an die Hand. Mit Verständnis für alle menschlichen Fluchtversuche erlaubt sie niemandem, sich aus der Verantwortung zu stehlen. Sie drängt zum Aufbruch, weil er unvermeidbar ist.

So wie das Duo inhaltlich die volle Breitseite der drängendsten Probleme unserer Zeit trifft, überzeugt es auch auf künstlerischer Ebene. Wenn Carlos Corona zur Gitarre greift, fasziniert er nicht nur mit ausgefeilter Technik, die ihm erlaubt, alle Stilrichtungen zu bedienen und seinem Instrument ungeahnte Klangfarben zu entlocken, sondern auch mit ausdrucksstarken, abwechslungsreichen Arrangements der Songs, von denen nicht wenige beeindruckende Eigenkompositionen des Gespanns Blum & Corona sind. Darunter so schmissige Gassenhauer wie der „Gutmensch“, der euphorische Aufbruchsstimmung verbreitende Titelsong „Geheilt Durch“, das absurd-witzige aber auch herzerweichende „Depression“ (inklusive einer Trübsal-Tröte), der versöhnlich-verspielte Song „Der Weltuntergang kann warten“ oder das „Unschuldige Lied“, welches den Abend mit einer musikalischen Achterbahnfahrt zwischen Brecht-Lied, Latin-Rap und Helene-Fischer Schlager beschloss. Alles ausdrucksstark und mitreißend interpretiert von der Blum, die scheinbar spielend von Bluesröhre zu fülliger Opernstimme und zartem Popgesang wechselt. Über mehr als 80 Minuten zeigt sie einen technisch versierten Umgang mit ihrem Instrument, der Stimme, und überzeugt lückenlos. Im Ergebnis die stimmungsvollste und klangintensivste Synthese, die zwei so gegensätzliche charakterstarke Klangkörper erreichen können.

Marianne Blum und die Rettung der Welt. Foto: SAM Entertainment

Überhaupt haben wir es hier mit zwei Künstlerpersönlichkeiten zu tun, die gegensätzlicher nicht sein könnten. Marianne Blum singt, tanzt, tobt, lockt das Publikum und kokettiert mit ihm, analysiert, kritisiert und motiviert. Kaum auf der Bühne weiß sie geschickt das Publikum in ihren Bann zu ziehen. Immer wieder nutzt sie kleine Möglichkeiten der Interaktion. So übt sie so lange mit den Zuschauern, bis der neue Ohrwurm „Ich bin ein Gutmensch“ sitzt. So verabreicht sie eine flächendeckende Publikumsimpfung mit Selbstheilungskräfte stimulierender Wirkung. Carlos Corona ist dagegen der Fels in der Brandung. Gelassen, bisweilen herzerfrischend naiv, hinterfragt er Marianne Blums Behauptungen und die von ihr vorgetragenen Einsichten. Dadurch setzt er, sowohl inhaltlich als auch vom Sprachduktus und vom Typ her, einen perfekten Kontrapunkt zur quirligen Blum. Insgesamt kann man sagen: Die Zuschauer im ausverkauften Theater Putbus erlebten zwei Künstler, die kein musikalisches Genre, keine Facette ihrer Instrumente, keine Bühnenecke und keine menschliche (Un)Art unbespielt ließen. Einfachste theatralische Mittel (ein paar bunte Kisten, ein Sektkühler, Schokoladentaler und eine aufblasbare Weltkugel, Konfettikanonen und Handfeger) genügten den beiden, um überzeugend das große Bild unserer Gesellschaft vor dem Publikum entstehen zu lassen. Das war Kabarett vom Feinsten, das menschlich humorvoll, politisch scharfzüngig, schlagfertig, künstlerisch wertvoll und dabei ungemein unterhaltsam war!

Annes Kampf – Der Film

Premiere am 23.11.2019 im BABYLON Berlin

Deutschland, Europa, Amerika… – Rassismus und Antisemitismus nehmen wieder zu. Das Bühnenprogramm ANNES KAMPF Anne Frank vs. Adolf Hitler des Künstler-Duos BLUM & ROHM ist ein starkes Statement dagegen. In einer scharf geschnittenen Lesung lässt das Duo, bestehend aus dem Schriftsteller GUIDO ROHM und der Sängerin und Kabarettistin MARIANNE BLUM, Auszüge aus Hitlers „Mein Kampf“ auf Anne Franks Tagebuch prallen. Die Wirkung dieses Aufpralls ist enorm. Das fängt der aktuelle Dokumentarfilm des jungen Filmemachers David Gräber ein.

Er begleitet die Künstler zu so unterschiedlichen Aufführungsorten wie dem original erhaltenen Stummfilmkino Babylon in Berlin Mitte, wo das Stück seine Hauptstadtpremiere feierte, er filmt ANNES KAMPF in der verfallenen Schulaula eines ehemaligen Templiner Elitegymnasiums und im Festzelt der Bürgerinitiative Ostritz, die sich mit der Aufführung des Stücks gegen eines der größten rechtsextremen Festivals Europas positionieren, das „Schild- und Schwert-Festival (SS)“. Dabei ist es ihm nicht nur gelungen, faszinierende Bilder dieser höchst unterschiedlichen Orte einzufangen, sondern auch die Wirkung des Stückes auf seine Zuschauer. Darüber hinaus erfährt man, was die Künstler bewegt, sich mit diesem Stück zu exponieren, und was die Menschen denken, die sich als Veranstalter engagieren, um eine gesellschaftliche Entwicklung aufzuhalten oder sogar umzukehren, die in manchen Teilen des Landes schon so stark ist, dass Andere aufgeben. Der Filmemacher dazu: „Ich sah das Potenzial, einen Film zu machen, über Haltung, Kampf und Leidenschaft und die Frage: wie kann Kunst in die Gesellschaft hineinwirken? Und ist sie damit ein Teil des demokratischen Prozesses?“

Die Filmvorführung wird ergänzt von Liedern aus dem Bühnenprogramm, die MARIANNE BLUM live singt, begleitet von der Kino-Organistin Anna Vavilkina am Piano. Es wird außerdem Gelegenheit zum Gespräch mit Künstlern und Filmemacher geben.

Annes Kampf in Templin

In einer beeindruckend schaurigen Atmosphäre fand „Annes Kampf“ am 17.08.2019 in Templin stad. Das dunkelste Kapitel der deutschen Geschichte wurde in dem morbide anmutendem Saal des verlassenen Jochamthalsches Gymnasium in Templin lebendig.

Wir bedanken uns beim Bunten Bündnis, das uns nach Templin geholt hat. Auch nach dieser Vorstellung entwickelte sich eine angeregte Diskussion. Das Publikum hat eindeutig Parallelen zur Gegenwart erkannt. „Annes Kampf“ entlarvt den populistischen Werkzeugkasten, mit dem heutzutage ein unseliges Framing betrieben wird.

Annes Kampf in Ostritz

Im Juni 2019 mussten die 2.300 Einwohner der ostsächsischen Gemeinde Ostritz, direkt an der polnischen Grenze, mittlerweile zum vierten Mal das Rechtsrockfestival „Schild & Schwert“ (kurz SS)  ertragen. Rechtsextreme aus ganz Deutschland kommen hier zu einem der größten Treffen der Szene in Europa zusammen und vernetzen sich auf dem Gelände des bekannten Neonazis und stellvertretenden Vorsitzenden der NPD, Thorsten Heise. Sie hören dort Musik von Bands wie „Flakbunker“, kaufen und tauschen NS-Devotionalien und sehen Kampfsportübungen zu. Ob sie dabei auch Straftaten planen, ist schwer nachzuweisen, aber immerhin wurde auch einige Figuren aus dem Umfeld des mutmaßlichen Mörders des Kasseler CDU-Politikers Walter Lübcke gesichtet.

Zwar sind Versuche, das Festival zu verbieten, leider immer wieder gescheitert, aber einem Teil der Ostritzer Bevölkerung reicht es nicht, das Spektakel still zu ertragen und zu hoffen, dass es schnell vorübergeht, damit sowohl die oft pöbelnden Festivalteilnehmer, aber auch die zahlreichen Medienvertreter schnell wieder aus dem idyllischen Städtchen an der Neiße verschwinden. Es gibt natürlich auch in Sachsen Menschen, für die Stillhalten nicht in Frage kommt und die sich nicht einschüchtern lassen. Sie wollen und werden jedes Mal wieder, so lange es nötig ist, gegen den dumpfen Rassismus und gewaltverherrlichende Herrenrassefantasien der Neonazis aufstehen und für Vielfalt, Frieden, Toleranz und Mitmenschlichkeit zusammenstehen.

Diese Menschen haben ANNES KAMPF nach Ostritz geholt!

Dort haben wir im Festzelt des örtlichen Fußballvereins, der in diesen Tagen seinen 100. Geburtstag feierte, am 20. Juni 2019, bei Einbruch der Dunkelheit unser Bühnenstück gegen Rassismus und Antisemitismus gespielt.

Das war ein Wagnis, denn ein Festzelt ist normalerweise kein Raum, in dem man konzentriert dem Vortrag von Texten zuhören kann, schon gar nicht, wenn es sich dabei um die irren Theorien von Adolf Hitler und die bitteren Erfahrungen eines jungen Mädchens im Versteck vor den Nazis handelt. Allein akustisch stellt eine Vorstellung unter solchen Umständen eine Herausforderung dar. Gleichzeitig bot das Setting auch Leuten Gelegenheit sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen, die sich dafür vielleicht nie eine Theaterkarte gekauft hätten.

Tatsache ist: Das voll besetzte Festzelt war mucksmäuschenstill und gebannt und ergriffen lauschten die Ostritzer ANNES KAMPF.

Wenn wir damit auch nur ein bisschen dazu beigetragen haben, dass die Ostritzer Bürgerinitiative Friedensfest gestärkt wurde, dann sind wir froh und dankbar.

Reaktionen auf die Berlin-Premiere

Neben regen Diskussionen im Anschluss an das Stück und vielen zum Teil sehr bewegenden direkten Reaktionen im Saal, haben uns seitdem z.B. folgende schriftlichen Rückmeldungen erreicht:

Annes Kampf im Babylon Berlin

„Ich bin noch heute tief beeindruckt von der Wirkung der Worte von Anne Frank auf die Einlassungen des „Führers“ Mein Kampf. Allein die Idee, eine Verknüpfung zwischen der ideellen Grundlage aller Verbrechen der Nazis und dem realen Erleben der Folgen dieses „Wahnsinns“ im Leben der Anne Frank musste einen neugierig machen, wie das gelingt. Es ist eine geniale Darstellung geworden, die beiden Künstler sind in ihrer Rolle aufgegangen und haben mich, ich hoffe, nicht nur mich, tief beeindruckt. Das dem so war, zeigte sich nicht zuletzt in dem vollen Saal des Babylons. Das Schweigen nach der Aufführung im Publikum spricht für die tiefe Nachdenklichkeit, die das Stück im Publikum hinterlassen hat – dies ist das Verdienst des Duos Blum & Rohm. Auch die musikalische Umrahmung in der Mischung aus jiddischen Liedern, damaligen „Schlagern“ und sogar einer Wagner Arie durch Frau Blum passte sich wunderbar in die Aufführung ein und gab ein Bild dieser Zeit. Es fällt mir schwer, das Gesehene in Worte zu fassen, so beeindruckt bin ich noch.
Ich wünsche dem Stück, dass es viele Menschen sehen können, dass es Einzug in die Schulen erhält, um jungen Menschen am Beispiel des Schicksals der Anne Frank die Grausamkeit der Naziideologie vor Augen zu führen und bedanke mich nochmals für dieses Erlebnis. Vielen Dank an das Duo Blum & Rohm und an SAM Entertainment für diese gelungene künstlerische Umsetzung eines so schwierigen Stoffes. Uwe Hobler, Schatzmeister des Vereins der Bundestagsfraktion DIE LINKE e.V.

Annes Kampf im Babylon Berlin

„Vielen Dank Euch allen für die großartige Leistung, das Projekt gewagt und gestemmt zu haben!  Auch mich hat das Stück sehr berührt und getroffen, zumal ich die beiden Bücher nur vom Hörensagen kannte. Wirklich bewegend, wie Blum & Rohm mithilfe der beiden Stimmen, die unterschiedlicher nicht sein konnten, Geschichte lebendig gemacht habt. Umso erschreckender, dass es mitnichten vergangen bleibt.
Während ich Anne zuhöre, habe ich plötzlich ein Bild vor Augen: Im selben Alter wie sie, sitze ich am Tisch und schreibe mit klammen Fingern Tagebuch. Wenn ich die Augen erhebe, funkeln mir Eiskristalle auf der weißen Wand entgegen: In diesem Winter bleibt die Heizung still. Doch im selben unbekümmerten Ton wie Anne schreibe ich darüber, über den entbehrungsreichen Alltag Rumäniens in den 1980er Jahren. In meinem Rücken flimmert schwarz-weiß der kleine Fernseherkasten. Und daraus fallen, bellend, die Parolen des Diktators Ceausescu, unseres Führers. Doch ich hatte Glück, für unser Land und unsere Generation hat die Geschichte eine Wendung zum Guten genommen. Dies ist nicht selbstverständlich und es wird nur gut bleiben, wenn wir uns dafür einsetzen, wenn wir Annes Kampf weiterführen. Aus vollem Herzen und mit einem Lächeln im Gesicht! Danke also für den Mut dieser Künstler, den Mitmenschen Tiefe, Verantwortung und Engagement zuzumuten! Dr. Luiza Olos, Dipl. Psychologin Dipl. Ökonomin

Blum&Rohm bei RadioEins

Blum & Rohm
Marianne Blum und Guido Rohm

Nancy Fischer begrüßte Marianne Blum und Guido Rohm im radioeins-Studio und sprach mit den beiden über die Berlin-Premiere von „Annes Kampf: Anne Frank vs. Adolf Hitler“.

Berlin-Premiere „Annes Kampf“ im Babylon

Blum&Rohm

Die Crowdfunding-Kampagne für „ANNES KAMPF – Anne Frank vs. Adolf Hitler“ ist beendet. Viele haben dazu beigetragen, dass sie erfolgreich war und wir das Bühnenstück gegen Rassismus und Antisemitismus nun vor großem Publikum in Berlin aufführen können. Vielen Dank für so viel  Engagement! Wir arbeiten mit Hochdruck an der Umsetzung des Projekts.

Nachdem wir zunächst mit der Urania geplant hatten, freuen wir uns nun, bekannt geben zu können, dass wir einen noch passenderen Partner gefunden haben: das BABYLON Berlin!

Dieses 1929 erbaute Stummfilmtheater transportiert mit seinem historischen Ambiente perfekt die Zeit, in der das Programm spielt und ist gleichzeitig eine moderne Veranstaltungslocation, die verkehrsgünstig in der Nähe des Alexanderplatzes gelegen, für alle Zuschauer gut erreichbar ist. Wir haben auch endlich einen konkreten Termin für die Vorstellung: Montag, 11.03.2019, 19:30 Uhr

Literatainment von und mit Blum & Rohm

Blum & Rohm
Literatainment: Von und mit Blum & Rohm

Literatainment vom Feinsten
Sicher waren sie schon auf vielen Lesungen. Wir garantieren: Sowas haben Sie noch nie erlebt! Der Schriftsteller GUIDO ROHM liest nämlich nicht einfach aus seinen Werken, nein! Er schlüpft in die Rollen der Autoren, die er sich für seine Geschichten ausgedacht hat. Sie erleben also eine doppelte Verwandlung: ein Schriftsteller spielt einen Schriftsteller, der aus seinen Werken liest!

Die meisten seriösen Autoren hätten Angst vor so viel (selbst) ironischer Identifikation mit ihren Figuren. Doch Rohm, der ein absolut ernstzunehmender Autor ist und für seine weit über das Krimi-Genre hinausreichenden Romane wie „Blutschneise“, „Blut ist ein Fluss“ und „Untat“ von der Kritik gefeiert wurde, hat durch die Freundschaft mit der Sängerin und Entertainerin MARIANNE BLUM, nicht nur die komische Literatur für sich entdeckt, sondern auch Gefallen an diesem ungewöhnlichen Experiment gefunden, das eine vollkommen neue Form der Literaturvermittlung für das Publikum bietet: die einmalige Kombination von wunderbar geschriebenen Texten und absurd komischer Lesung in der Rolle der jeweiligen Hauptfigur.

Eine vollkommen neue Form der Unterhaltung: Literatainment

Jede einzelne Kurzgeschichte wird dabei gesanglich von MARIANNE BLUM eingeleitet und kabarettistisch eingeführt. Sie ist das Bindeglied der Show und der Garant für fernsehreife Unterhaltung. Als Erfinderin und Gastgeberin der seit 2010 erfolgreichen Dinner-Show-Reihe „GERNSEHEN & ABENDESSEN“ und als viel gebuchte Gala-Künstlerin weiß sie genau, wie man dem Publikum einen gehaltvollen und gleichzeitig wunderbar unterhaltsamen Abend beschert.

Das ist besser als Fernsehen und lustiger als selber lesen!

Annes Kampf

 

Annes Kampf
Blum & Rohm in Annes Kampf

Adolf Hitler wusste von Anne Frank nichts, sie von ihm sehr wohl. Hitlers „Kampf“ ist es, der die Geschichte der Anne Frank zeugt und beendet. Ende Februar, Anfang März 1945 stirbt Anne Frank im KZ Bergen-Belsen. Geblieben ist ihr Tagebuch, das in einer scharf geschnittenen Lesung auf Hitlers „Mein Kampf“ trifft.
Marianne Blum und Guido Rohm  lassen die beiden Texte in Auszügen aufeinanderprallen. Grauen und Hoffnung, Bestie und junges Mädchen. Geschichte, die Geschichte mit höhnischem Gelächter erzeugt.

In einer Zeit, in der die Rechten wiedererstarken, ist es wichtig, den Kampf des kleinen Tagebuchs gegen den großen Diktator aufzuzeigen, um so einmal mehr ein Gespür und Gehör für die Feinheiten von Geschichte zu entwickeln.
Denn Geschichte besteht immer aus Geschichten.
Und Geschichten bestehen aus Schicksalen.

Vergleichendes Literatainment

Der Schriftsteller Guido Rohm  (PEN-Mitglied) und die Entertainerin Marianne Blum (Erfinderin und Gastgeberin der Dinner-Show-Reihe „Gernsehen und Abendessen“, derzeit mit dem Musik-Kabarett-Programm „DIE WAFFELN DER FRAU“ auf Gastspielreise) garantieren einen Abend, der bei aller Schwere des Sujets nicht nur lehrreich, sondern auch unterhaltsam ist, so wie auch Anne Franks Text nicht nur traurig, sondern auch leidenschaftlich und humorvoll und Hitlers Machwerk nicht nur beängstigend, sondern stellenweise geradezu unfreiwillig komisch ist.

Mit Respekt und Feingefühl nähern sich die beiden Künstler den Büchern und präsentieren sie so gekonnt und packend, dass dem Zuschauer die historische Realität lebendig wird.

Die Lesung wird musikalisch durch authentische jiddische Lieder, deutsche Schlager, Gassenhauer und Durchhaltelieder aus der Zeit ergänzt, die von Marianne Blum live gesungen werden.

Crowdfunding Interview

 

Blum & Rohm
SAM Entertainment