Annes Kampf

Im Mandelbachtal

Marianne Blum verstand es am Donnerstag hervorragend die niedergeschriebenen Gedanken des jungen Mädchens, das sich in der Zeit zwischen seinem 13. und 15. Lebensjahr zusammen mit seiner Familie in einem Versteck in Amsterdam verbergen musste, so lebendig vorzutragen, dass man die kleine Anne regelrecht vor sich sehen konnte.

Diesen Ausführungen setzte Thomas Linke erschreckend authentisch die oft unerträglichen Hasstiraden von Adolf Hitler aus „Mein Kampf“ entgegen. Oftmals fiel es den Zuhörern schwer, den gewaltverherrlichenden und hasserfüllten Ausführungen zu folgen.

„Sichtlich mitgenommen waren die Zuhörerinnen und Zuhörer bei beiden Aufführen. Schon in der Pause sprach und diskutierte man auf den Gängen und vor der Halle lebhaft über das bis dahin Gesehene.

So wurde sowohl am Morgen von den Schülern als auch am Abend dankbar das Angebot angenommen, nach dem Stück noch mit den beiden Darstellern zu diskutieren. So konnte das Gesehene und Gehörte nochmals erörtert und besprochen werden. Keiner der Zuhörer verließ die Veranstaltung früher, es war erkennbar das alle sichtbar mitgenommen oder beeindruckt waren…

So wurden die beiden Aufführungen nicht nur zu einem aufregenden Geschichtsunterricht sondern auch zu einem leidenschaftlichen Plädoyer gegen Rassismus, Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit von erschreckender Aktualität.“

Annes Kampf bewegte (wochenspiegelonline.de)

Annes Kampf in Großenhain

Marianne Blum und Thomas Linke vor der Veranstaltung "Annes Kampf"

Bereits im Juli waren wir im sächsischen Großenhain, um „ANNES KAMPF Anne Frank vs. Adolf Hitler“ im Soziokulturellen Alberttreff zu spielen. Wir hätten schon früher davon berichtet, aber tatsächlich hat Covid 19 uns erwischt.

Die Krankheit war keine Kleinigkeit. Nachwehen davon sind auch nach 4 Wochen immer noch zu spüren, daher unser Appell: Die Pandemie ist nicht vorüber. Passen Sie auf sich auf und nehmen Sie weiter Rücksicht!

Bild: SAM Entertainment | „Geht dir einmal alles verkehrt…“

Auch das ist übrigens eine der vielen Lehren, die wir immer wieder aus „Annes Kampf“ ziehen können: Rücksicht und Vorsicht ist nichts, was in einer faschistischen Gedankenwelt vorkommt, wenn dann nur als „Verweichlichung“.

Während Anne Frank in ihrem Tagebuch immer wieder beschreibt, wie sie mit den anderen Untergetauchten in dem engen Versteck unter unvorstellbaren Bedingungen zurechtkommt und wie sie mitleidet mit denen, die draußen dem Terror der Nazis ausgeliefert sind, dann steht das im krassen Gegensatz zu Hitlers aufgeblasenen Behauptungen über die eigene Stärke und Unfehlbarkeit und seinen pauschalen Abwertungen anderer Menschen in „Mein Kampf“. Auch Verschwörungserzählungen über die „jüdische Weltherrschaft“ findet man in dem Originaltext zuhauf.

Bild: SAM Entertainment | Ihr kriegt uns nicht klein! „Mir leben eijbig!“

Nachdem das Stück bereits am Vorabend öffentlich aufgeführt wurde, erlebten rund 150 Schülerinnen und Schüler des örtlichen Gymnasiums im vollbesetzten großen Saal des Alberttreffs in Großenhain dieses Aufeinandertreffen des ikonischen jüdischen Mädchens, das so viel Talent hatte und ermordet wurde, und dem Verursacher des größten industriellen Massenmordes in der Geschichte der Menschheit. „Das Stück war eindeutig der Höhepunkt unser diesjährigen Theatertage“, zeigte sich eine Lehrerin nach der Aufführung beeindruckt.

Bild: SAM Entertainment | Thomas und Marianne vor vollbesetztem Saal

Marianne Blum und Thomas Linke

Nächste Gelegenheit, Annes Kampf live zu erleben:

07.09.2022 Großbeeren (Brandenburg)

15.09.2022 Saar-Pfalz-Halle, Ommersheim (Saarland)

21.09.2022 Kulturhaus Weißenfels (Sachsen)

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Annes Kampf in der Grafschaft

Marianne Blum und Thomas Linke am Rhein

Die Menschen im Ahrtal sind schwer gebeutelt. Die Flut hat ihre Spuren in der Landschaft und in den Seelen der Menschen hinterlassen. Dass sich der Kulturverein der Grafschaft dennoch auch mit Themen wir Rassismus und Antisemitismus beschäftigt und „Annes Kampf“ in diesem Januar dort veranstaltet hat, kann nicht hoch genug angerechnet werden.

Marianne Blum und Thomas Linke im Hotel in Remagen. Näher am Auftrittsort wurden alle Hotels weggeschwemmt…

Umso bewegender waren der lange, begeisterte Schlussapplaus und die anschließenden Reaktionen der Zuschauer. „Ich hatte die ganze Zeit Gänsehaut“ und „In unserer Familie wurde nie über die Nazizeit gesprochen, jetzt kann ich das nicht mehr so stehen lassen“ sind nur zwei Beispiele dafür, wie sehr das Stück auch im Ahrtal wieder emotionale Be- und Erkenntnisse hervorrief und die Bereitschaft, sich auseinanderzusetzen beförderte.

Foto: Thomas als Hitler solo | SAM Entertainment

Für Thomas Linke war es sein Einstand in der Rolle des Adolf Hitler. Es war geradezu beängstigend, wie überzeugend er die Verachtung, den Hass, die verquere Selbstwahrnehmung und den Wahnsinn des Diktators und damit den größtmöglichen Gegensatz zu der lebenslustigen, kecken, verzweifelten und so menschlichen Anne Frank darstellte. Dadurch hat das Stück an Kraft noch weiter gewonnen und wir freuen uns bereits jetzt sehr auf die nächsten Auftritte.

Foto: Marianne und Thomas backstage | SAM Entertainment

Nächste Gelegenheit, Annes Kampf live zu erleben:

10.06.2022 Stadttheater Cuxhaven

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